Epoxidharz & Gesundheit: Ist Epoxidharz gesundheitlich bedenklich oder gar gesundheitsschädlich?

Epoxidharz ist ein überaus beliebter, weil vielseitiger Werkstoff. Doch viele Verarbeiter fragen sich, ob das Epoxidharz auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Wir sind der Frage, ob Epoxidharz gesundheitlich bedenklich oder sogar gesundheitsschädlich sein kann, nachgegangen!

Epoxidharz und Gesundheit: Labor zum Analysieren der Inhaltsstoffe von Epoxidharz
Enthält Epoxidharz Stoffe, die gesundheitlich bedenklich bzw. gesundheitsgefährdend sein können?

Bishpenol A und Epichlorhydrin

Als komplett unbedenklich kann das künstliche Harzsystem sicherlich nicht eingestuft werden, denn Epoxidharz enthält durchaus Stoffe, die beispielsweise allergische Reaktionen oder Augenreizungen auslösen können. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem Bisphenol A sowie Epichlorhydrin.

Auch der Härter, der für die Verarbeitung von Epoxidharz notwendig ist, enthält Phenole und Amine, die als ätzend gelten. Phenol ist ein Nerven- und Zellgift, das auf der Haut chemische Verbrennungen hervorrufen kann. Der direkte Hautkontakt mit noch (zäh-)flüssigem Epoxidharz ist deswegen unbedingt zu meiden!

Das Einatmen von Dämpfen kann ebenfalls zu diversen Krankheitssymptomen wie beispielsweise Delirien, Schleimhautreizungen und Störungen der Atmung bzw. Atemwegsbeschwerden führen.

Schutz bei der Verarbeitung von Epoxidharz

Da Epoxidharz die oben genannten Stoffe enthält, die eben als gesundheitlich bedenklich oder gar gesundheitsgefährdend / gesundheitsschädlich eingestuft werden können, ist es sehr wichtig, bei der Verarbeitung des Harzsystems geeignete Schutzkleidung zu tragen. Hierzu gehören hochwertige Nitril- oder Butyl-Schutzhandschuhe.

Dünne Einweghandschuhe aus Latex, Vinyl oder einem anderen Material sind nicht geeignet, da die sich im Epoxidharz befindlichen allergenen Stoffe die meist eher minderwertigen Einweghandschuhe in Minutenschnelle durchdringen können, ohne sie dabei zu beschädigen.

Weiterhin ist das Tragen von Schutzanzug und Schutzbrille empfehlenswert, da es vor allem sehr unangenehm sein kann, noch flüssiges Epoxidharz in die Augen zu bekommen. Sollte es tatsächlich passieren, dass ungehärtetes Epoxidharz ins Auge gelangt, ist der Besuch eines Augenarztes unumgänglich!

Gegen die Dämpfe kann gutes Durchlüften hilfreich sein. Empfehlenswert ist allerdings die Nutzung einer Atemschutzmaske.

Mögliche Gesundheitsgefährdung beim Schleifen von Epoxidharz?

Beim Schleifen und Polieren von Epoxidharz kann es ebenfalls zu einer Gesundheitsgefährdung kommen, auch wenn vollständig ausgehärtetes Epoxidharz als wesentlich unbedenklicher gilt als ungehärtetes. Beim Schleifen entstehen Staubpartikel, die, eingeatmet oder auf der Haut abgesetzt, immer noch ein gewisses Risiko darstellen können. Wird direkt nach Aushärtung der Epoxidharz-Schicht die entsprechende Oberfläche geschliffen oder poliert, kann der Staub noch „aktives Material“ enthalten. Also auch hier ist das Tragen von Schutzhandschuhen, Schutzbrille und Atemschutzmaske durchaus empfohlen!

Ein komplett ausgehärteter Epoxidharzboden, der sachgemäß verarbeitet und bereits auf Hochglanz poliert oder versiegelt wurde, gilt als unbedenklich!

Was tun bei Hautkontakt mit Epoxidharz?

Direkter Hautkontakt mit Epoxidharz ist unbedingt zu meiden, da er Verätzungen und chronische Hautallergien nach sich ziehen kann und deswegen als gesundheitlich bedenklich bzw. gesundheitsschädlich gilt. Sollte trotz Schutzmaßnahmen dennoch flüssiges Epoxidharz mit der Haut in Berührung kommen, ist schnelles Handeln geboten. Das Kunstharz sollte sofort mit viel Wasser und etwas Seife von der Haut gewaschen werden. Von der Verwendung von Lösungsmitteln ist hingegen abzusehen!

Was sagt das Umweltbundesamt zum Einsatz von Epoxidharz?

Da Epoxidharz heute sogar zur Beschichtung von Trinkwasserleitungen verwendet wird, gibt es eine vom Umweltbundesamt erlassene „Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von Epoxidharzbeschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser“. Diese lässt den Schluss zu, dass, solange die Vorsorgewerte des Umweltbundesamtes bzw. die Verunreinigungen durch Stoffe wie bspw. Bisphenol A oder Epichlorhydrin nicht überschritten werden, der Einsatz von Epoxidharz zur Beschichtung von Trinkwasserleitungen als gesundheitlich unbedenklich gelten kann. Die Sanierung von Trinkwasserleitungen unter Verwendung von Epoxidharz kann demgemäß durchgeführt werden, wenn die vom Umweltbundesamt festgesetzten Vorsorgewerte nicht überschritten werden, da bei Nicht-Überschreitung davon ausgegangen werden kann, dass keine Gesundheitsgefährdung besteht!

Fazit zum Thema „Epoxidharz und Gesundheit“

Zu sagen, die Verarbeitung von Epoxidharzen sei absolut unbedenklich und ungefährlich, wäre grob fahrlässig, da Epoxidharz durchaus gesundheitsschädliche und gesundheitsgefährdende Stoffe enthält. Wer dies weiß und deswegen bei der Verarbeitung nicht nur geeignete Schutzkleidung trägt, sondern auch vorsichtig ist, muss allerdings keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen befürchten!

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